Abschied in den Tod – Mahnwache zur Erinnerung an die Deportationen 1942

Abschied in den Tod

Vor 70 Jahren, am 1. September 1942, war die letzte große Deportation von Wiesbadener Jüdinnen und Juden. Wir wollen daran erinnern.

Mahnwache // Freitag, 31. August 2012 // 17:00 // Wiesbaden Hbf, Vorplatz

Aufruf zur Mahnwache zur Erinnerung an die Deportation der Wiesbadener Jüd_innen

Am 1. September 1942 wurden etwa 370 Menschen jüdischer Herkunft von der Viehrampe am Wiesbadener Schlachthof ins KZ Theresienstadt deportiert. Dies war die zweite und letzte große Deportation aus Wiesbaden. Schon davor, am 10. Mai 1942, wurden etwa 380 Jüd_innen aus Wiesbaden deportiert. Nach diesen beiden großen Deportationen gab es nur noch etwa 200 Jüd_innen Wiesbaden – vor der Machtergreifung Hitlers 1933 waren es noch über 3000. Die Hälfte dieser 3000 ehemals in der Stadt lebenden Jüd_innen fiel der grausamen nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer. Insgesamt wurden 900 Menschen aus Wiesbaden bis Februar 1945 in KZs und Todeslager verschleppt. Nach der letzten Deportation im Frühjahr 1945 lebten nur noch 20 Jüd_Innen in der Stadt. (mehr…)

Das Haus Mainusch muss bleiben!

Wir unterstützen die Solidaritätserklärung zum Erhalt des Haus Mainusch. Bei ipetitions.com kann die Erklärung von jeder_m unterzeichnet werden.

Das Haus Mainusch muss bleiben!

Das Haus Mainusch besteht seit fast 25 Jahren als unabhängiges Kommunikationszentrum auf dem Campus der Johannes Gutenberg Universität Mainz. Es ist das einzige Projekt seiner Art in Mainz und Umgebung.

Für uns steht fest, dass das Haus Mainusch als Freiraum und als Schutzraum in Form des unabhängigen, selbst verwalteten Zentrums erhalten bleiben muss. Schutzraum bedeutet, dass das Haus Mainusch den Versuch unternimmt, einen Raum frei von menschenfeindlichen Positionen, wie z.B. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Homophobie zu schaffen, um letztendlich alle Räume von solchen Positionen befreien zu können.
So soll die Möglichkeit geboten sein, der herrschenden, Menschen stark verletzenden Normativität etwas entgegen zu setzen und im Austausch mit anderen Alternativen und emanzipatorische Perspektiven zu entwickeln. (mehr…)

Frankfurt ohne IVI ist wie Brot ohne Butter!

Der Ort in Frankfurt am Main, der wie kein anderer für ein buntes Zusammenspiel von Party und Politik – von Diskussion und Disko – steht, ist akut gefährdet: Das „Institut für vergleichende Irrelevanz“, das IVI, steht vor der Räumung!

Das IVI war, ist & bleibt einer der Anlaufpunkte, wenn es um die Verbindung von Buchlesungen, Vorträgen aller Art und Partys, bei denen Rassismus und Sexismus nicht geduldet werden, geht. Es bietet Raum für politische, emanzipatorische Initiativen und für Diskussionen. Mit moderaten Eintritts- und Getränkepreisen und ohne jeglichen Konsumzwang ermöglicht das IVI auch Menschen mit wenig Geld gesellschaftliche Teilhabe. Alles in Allem eine sehr einmalige Mischung in Frankfurt.

Doch das IVI ist noch mehr: Es ist auch Wohnraum für gut ein Dutzend Menschen – Wohnraum in einer Stadt, in der Wohnungsmangel herrscht und die Mieten für Geringverdiener_innen schon längst unbezahlbar geworden sind.

Den heimlichen Verkauf des IVI-Gebäudes durch die Uni Frankfurt an Franconofurt finden wir beschissen und fordern die Verantwortlichen auf, mit den IVI-Nutzer_innen eine einvernehmliche Lösung zum Erhalt des IVI zu erarbeiten. Klappt dies nicht nicht, muss klar sein: Wir werden das IVI nicht einfach aufgeben – bei einer Räumung muss mit Widerstand gerechnet werden!

Wir fordern alle dazu auf, sich für den Erhalt des IVI einzusetzen: Informiert Euch regelmäßig über den aktuellen Stand und beteiligt Euch an den Aktionen zum Erhalt des IVI! Kommt zur Demo am 31. Mai und schließt Euch dem „WE ♥ IVI“-Block an!

WIR LASSEN UNS DIE BUTTER NICHT VOM BROT NEHMEN – IVI BLEIBT!

29. Mai 2012, ak acid

M31 – Jetzt erst recht!

Wir dokumentieren die Pressemitteilung zur spontanen Rave-Demo in Wiesbaden im Vorfeld der M31-Proteste in Frankfurt:

Am Dienstag dieser Woche fand eine spontane Rave-Demo in Wiesbaden statt, um auf die Demo am 31. März in Frankfurt und auf den Europäischen Aktionstag gegen den Kapitalismus aufmerksam zu machen.

Zu Anfang hatten wir großen Erfolg damit. Passanten nahmen interessiert unsere Flyer entgegen und wurden auf die bunte Menge von etwa 30-40 Menschen aufmerksam. Vor allem war alles absolut friedlich.

Als jedoch die Polizei auftauchte, ging alles recht schnell und sie sperrten kurzerhand die Straße. Mitten in der Innenstadt wurden wir brutal aufgehalten und direkt eingekesselt. Die Polizei ging dabei unerwartet aggressiv vor. Zwei Menschen wurden gewaltsam und vor allem grundlos aus dem Kessel gezogen und direkt auf die Wache gebracht. (mehr…)

Gegen die IMK und ihre Freund_Innen!

Wir dokumentieren unseren Redebeitrag auf der Demo Gegen die IMK und ihre Freund_innen am 3. Dezember 2011 anlässlich der Tagung der Innenministerkonferenz (IMK) in Wiesbaden.

September 2000: Enver Simsek, ein Blumenhändler aus Schlüchtern, Hessen wird gegen Mittag an seinem mobilen Blumenstand in Nürnberg mit acht Schüssen aus zwei Pistolen schwer verletzt. Zwei Tage danach stirbt er. Dies war der Auftakt zu einer Mordserie von Neonazis. Zu keinem Zeitpunkt der Ermittlungen wird ein Übergriff von Rechten vermutet. Die Sicherheitslage angreifende Strukturen sind schließlich nur Islamist_innen und linke Chaot_innen.

Die IMK gehört zu jenen Gremien, welche sich mit der aktuellen Sicherheitslage befassen. Die Tendenz ihrer Politik zeigt sich gut an den mehr als 150 Toten seit der Wiedervereinigung, welche Opfer Rechter Gewalt wurden, wobei eine weit größere Dunkelziffer vermutet wird. Doch diese Gewalt wird bloß verharmlost und entpolitisiert. Die Morde schaffen es meist nur in die regionale Presse und werden zu unpolitischen Auseinandersetzungen gemacht. Das Problem wird totgeschwiegen. (mehr…)